REDEN 4-11-1989 / 2019

Programmflyer zum Download

Alte Texte neu durchfühlen und verfremden,

neue Texte im Gefühlskleid von 89

 

Das „Theater der Revolution“ arbeitet mit neuen Reden zu gegenwärtigen Protesten und mit Verfremdungen der alten Reden. Neue Texte entstanden aus Begegnungen zwischen Zeitzeug*innen und heutigen Aktivist*innen. 

 

Eine Frage in unseren Gesprächen mit den Zeitzeug*innen war: welche Rede blieb ihnen in Erinnerung? Nur wenige, wie sich herausstellte: Wir hören diesen alten Reden nochmal zu, und erzählen ihre Geschichten mit: die haltlosen Phrasen des ausgepfiffenen Schabowski, wie Heiner Müller zu seinem Text kam, warum Christa Wolf nach der Rede ins Krankenhaus gebracht wurde. Wer hielt die Luft an, wer zögerte, wer log, und wer freute sich? 

 

Wir bauen auf die Versprecher, die Übertreibungen, die Pausen, das Nicht-Staatstragende, und den Witz – die Details, die diesen Tag als demokratischen Moment von Unten auszeichnen. Eine Revolution von der Straße, bei der man das Improvisierte, das Überraschende, die Überforderung, das Gefühl ansieht. 

 

Wehmut nach diesem Freiheitsmoment soll entstehen, der alles wollte, außer der Wiedervereinigung.

 

Wir lassen neue Redner*innen zu Wort kommen, denn niemandem reicht die historische Rekonstruktion: Nostalgie und Gedenken sind keine Antworten auf heutige Probleme, das ist 30 Jahre später allen klar. 

 

Welche Forderungen brauchen die Möglichkeiten, die am 4. November auf den Platz kamen?  Feminismus, Antirassismus und utopisches Denken von heute brauchen jetzt die Bühne von damals. Wir inszenieren Texte zu Klima-Aktivismus, Antirassismus, poetische Kritiken, eine feministische Verfassung.

 

Fridays for Future trifft auf Markus Wolf, Gregor Gysi legt die Maske ab und spricht Klartext, eine Deutschtürkin besingt den staatstragenden Rassismus, und ein Punk gibt den Stefan Heym von 2019. Wir leiten die Emotion von 89 in die politischen Forderungen und kollektiven Gefühlslagen von heute.

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